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Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde mit der Methode Anregen/Finden

Aufbau und Strukturierung von Unterrichtsstunden mit der Methode Anregen/Finden

Da der Lernprozess als bewusster Lernprozess gestaltet werden soll, sind neben den Bewegungsaufgaben auch Demonstrationen und Reflexionen notwendige Bestandteile einer Unterrichtsstunde, die entsprechend der Methode Anregen/Finden durchgeführt wird.

Die Stunde wird strukturiert durch den Wechsel von Suchen und Finden von Bewegungsmöglichkeiten auf die gestellten Bewegungsaufgaben (Erprobungsphasen), Beobachten und Besprechen der Lösungen (Reflexionsphasen). Bewegungsideen können durch Demonstration ausgewählter Beispiele oder durch Besprechung und Systematisierung von Lösungen verdeutlicht werden. Gestaltungs- und Ausführungskriterien, die für die Beantwortung der Aufgabe den Maßstab bilden sollen, können diskutiert werden. Diese bewusste Auseinandersetzung mit der Bewegungsaufgabe bildet die neue, verbesserte Grundlage für die nachfolgende Improvisationsphase, die dann in gesteigerter Qualität erfolgen kann.

 

Zwischen Offenheit und Planung

Die Methode Anregen/Finden lässt den Schülern in einem mehr oder weniger engem Rahmen Freiraum. Dass die im Unterricht gewährte Offenheit Planung voraussetzt, ist offensichtlich. Die Abbildungen 1 und 2 veranschaulichen in Form von Flussdiagrammen mögliche Stundenabläufe und entsprechende Planungsaspekte in unterschiedlich weit geöffnetem Rahmen.

Verlaufsplanung Abb. 1

Verlaufsplanung Abb. 2

 

Beispiel einer Unterrichtsstunde: Schattenspiele in einer 5. Klasse

Im Beitrag “Schattenspiele” (Wurzel 1994) werden Verlaufsplanung und Durchführung einer Stunde ausführlich beschrieben. Im Sinne eines offenen Vorgehens wird für den Hauptteil der Stunde die folgende Alternative geplant: “Bewegungsaufgaben entsprechend den Schülerideen” bzw:  “Stellt Sportarten pantomimisch dar” (S. 110).

Die geplante Bewegungsaufgabe, Sportarten pantomimisch darzustellen, gibt der Lehrperson Sicherheit, da sie weiß, in welche Richtung sie den Gestaltungsprozess steuern kann. Aus der Sicherheit erwächst die Souveränität, qualitätsvollen Schülerideen den Vorrang  geben. Die positive Erfahrung, die aus dem Gelingen einer solchen Stunde erwächst, ist für die Lehrperson Belohnung und Ansporn zugleich.

Schattenspiel 1

Schattenspiel 2

>> Weiteres Stundenbeispiel: Bewegungsgestaltung im Wasser

Literatur

Wurzel, B.: Offenheit und Planung. Wider die Einseitigkeit lernzielorientierter Unterrichtsentwürfe. In: sportunterricht 43 (1994) 3, 99 - 106.

Wurzel, B.: Schattenspiele. In: sportunterricht 43 (1994) 3, 107 - 112. (pdf-Datei)

Dr. Bettina Wurzel
Erstellt: 27.3.2014
Bearbeitet: 8.4.2014

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