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Bewegungsaufgaben im Rahmen der Methode Anregen/Finden
Themengebundene Beispiele

Bewegungsaufgaben - einige themengebundene Beispiele

Nach der Systematisierung der Bewegungsaufgaben innerhalb der Methode Anregen/Finden werden hier einige wenige Bewegungsaufgaben herausgegriffen und in einen thematischen Bezug gestellt. Ausgehend von einer Bewegungsaufgabe, die die Zielrichtung angibt, werden die Aufgaben so moduliert, dass die Schüler zu Variationen der ursprünglich gefundenen Bewegungsformen kommen. Nach und nach wird so den Schülern die Vielfalt der Handlungsmöglichkeiten innerhalb des thematischen Rahmens erschlossen. Die Skizzierung der Beispiele mag der Lehrperson Anregungen zu eigenen Ideen bieten. >> Strukturierung einer Stunde mit Hilfe der Bewegungsaufgaben

Prellen mit dem Ball - 5./6. Klasse

  • Prellt den Ball auf möglichst unterschiedliche Arten
  • Während ihr den Ball prellt, schaut euch um, ob ihr eine Form seht, die ihr nachmachen möchtet. Probiert auch neue eigene Ideen aus, die euch beim Zuschauen und Nachahmen kommen.
  • Einschränkungen der Bewegungsaufgabe: Prellt den Ball - in der Fortbewegung - im Stand - mit dem Arm, nicht mit der Hand - nicht mit Arm oder Hand - nicht gegen den Boden - im Knien - im Liegen.
  • Partnerweise zusammen: Jeder Partner hat einen Ball: Partner 1 macht eine Prellform vor, Partner 2 versucht, sie genau mitzumachen, fließender Wechsel der Aufgaben mit neuer Prellform. Wie viele verschiedene Formen des Prellens könnt ihr (ohne Unterbrechung des Prellens) gemeinsam ausführen?
  • Findet ihr zu zweit mit zwei Bällen eine besondere Form des Prellens, die hoffentlich kein anderes Paar ausführt?
  • Partnerweise zusammen, nur ein Ball pro Paar: Der von Partner 1 geprellte Ball muss sofort ( oder leichter: nach zweimaligem Aufprellen) von Partner 2 geprellt werden, dann wieder von Partner 1. Welche der bisher gefundenen Formen des Prellens gelingen auf diese Weise mit dem Partner? Welche neuen Möglichkeiten findet ihr?
  • Gelingt der Wechsel des Balles mit unterschiedlichen Prellformen, wenn beide Partner einen Ball haben?

Improvisationen mit dem Ball - Oberstufe

  • Dem Ball eine Eigenschaft zusprechen, die er nicht hat: Bewegt euch mit dem Ball, bewegt den Ball so, dass der Zuschauer die Eigenschaft erkennt. (Mögliche Schülerlösungen: Der Ball ist langsam, schnell, schwer, leicht, klebrig.)
  • Einschränkung auf eine Eigenschaft (z. B. schwer):
    • Der Ball ist so schwer, dass einer allein den Ball nicht bewegen kann, helft dem Mitschüler, wechselt dabei fließend die Partner, spielt in unterschiedlicher Weise mit dem Motiv.
    • Beachtet bei gleicher Aufgabenstellung Raumaspekte: Führt die Bewegungen auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Bewegungsrichtungen (nicht nur vorwärts!) aus.
    • Die Eigenschaft des Balles wechselt plötzlich in ihr Gegenteil. Beachtet dabei zusätzlich zum Kriterium Raum das Kriterium Dynamik - allein - partnerweise: mit einem Ball, mit zwei  Bällen.
    • Partnerweise zusammen, zwei Bälle: Der Ball deines Partners hat die gegensätzliche Eigenschaft von deinem Ball. Vereinbart ein Zeichen, woraufhin sich die Eigenschaften der Bälle ändern. Beachtet bei euren Bewegungen die Kriterien Raum und Dynamik.

Variationen des Laufens und Gehens unter Verwendung des Gymnastikstabes - 8. - 10. Klasse

Jeder Schüler erhält einen Gymnastikstab zur Ablenkung.

  • Euer Stab ist kein Stab, sondern etwas anderes. Geht durch den Raum und zeigt durch eure Bewegung, was euer Stab ist. (Mögliche Schülerlösungen: Hockeyschläger, Regenschirm, Hundeleine (mit Hund), Krückstock ...)
  • Während ihr geht, begegnet ihr anderen Personen. Begleitet eine Person eine Zeitlang, einer der beiden übernimmt die Bewegungen des anderen und ahmt sie nach. Wenn ihr euch wieder trennt, wechselt euer Stab seine Eigenschaft.
  • Legt euch auf eine Eigenschaft eures Stabes fest. Ihr habt es mal eilig, mal habt ihr viel Zeit. Wechselt das Tempo eurer Fortbewegung, denkt dabei aber immer an die Eigenschaft eures Stabes.
  • Partnerweise zusammen, hintereinander: Partner 1 wählt eine Fortbewegungsart unter Beachtung der Eigenschaft seines Stabes, Partner 2 macht die Bewegung zeitgleich möglichst genau nach. Wechsel von 1 und 2 auf ein Zeichen des Lehrers. Nach jedem Wechsel muss die Fortbewegungsart geändert werden, die Eigenschaft des Stabes kann geändert werden. Mehrmaliges Wechseln zu einem neuen Partner auf Zeichen der Lehrperson.
  • Partnerweise zusammen, hintereinander: Partner 1 macht mehrere Fortbewegungsarten hintereinander mit dem Stab vor, Partner 2 ahmt zeitgleich die Bewegungen nach.  Wechsel von 1 und 2 erfolgt fließend nach Belieben der Schüler. Mehrmaliges Wechseln zu einem neuen Partner auf Zeichen der Lehrperson.
  • Wie zuvor, aber der Stab kann (zusätzlich oder ausschließlich)  in abstrakter Weise bewegt werden, ohne dass eine Eigenschaft zu erkennen ist.

Springen über Hindernisse -  5.-7. Klasse

  • Lauft kreuz und quer durch die Halle, lauft dabei nicht nur vorwärts
  • Lauft und springt zwischendurch. Probiert unterschiedliche Sprungformen aus.
  • Die Klasse wird in zwei Hälften geteilt: Eine Hälfte der Schüler verteilt sich in der Halle; jeder Schüler bildet auf dem Boden mit seinem Körper ein Hindernis, über die die Schüler der 2. Hälfte springen. Die Hindernisse dürfen sich nicht bewegen! Auf ein Zeichen der Lehrperson wechseln die Schüler die Aufgabe (mehrfach): Bildet jedes Mal ein anderes Hindernis mit eurem Körper.
  • Wechselt selbstständig zwischen Laufen und Bilden der Hindernisse ab. (Vorsicht: Sobald ein Springer in der Nähe ist, darf sich das Hindernis nicht bewegen!)
  • Bildet partnerweise Hindernisse. Selbstständiges Wechseln der Partner sowie des Springens und Bilden des Hindernisses.

Fotos aus: Wurzel 1987, Teil 2, H. 3, S. 22.

Wurzel, B.: Improvisation im Sportunterricht - Unterrichtsthema "Springen". Teile 1 u. 2. In: Sport Praxis 28 (1987) 2, 15 - 16; 3, 20 - 22Springen1

Springen2

 Gleichgewicht finden - Oberstufe

  • Eine Position einnehmen, bei der das Gleichgewicht gerade eben noch gehalten werden kann.
  • Partnerweise Gleichgewichtspositionen einnehmen; dabei auch Positionen erproben, die ohne Hilfe des Partners nicht gehalten werden könnten.
  • Mit einem Partner in fließendem Ubergang von Bewegungsfluss und Bewegungsstopp von einer Gleichgewichtsposition zur anderen gelangen.

Beispiele entnommen aus: Wurzel, B. (2016)  Mit dem Gleichgewicht spielen. Anregungen für eine übergreifende Unterrichtsreihe von Gymnastik/Tanz und Turnen. In: Lehrhilfen für den Sportunterricht, Heft 5, Themaheft “Methoden”, S. 10 - 15. >> mehr unter “Unterrichtsreihen”
 

Zur Fotogalerie Gestaltung: "Gleichgewicht finden"

Einbezug von Geräten - Oberstufe

"Zwischen allen Stühlen"Gleichgewicht finden

Am Beispiel von Stühlen und kleinen Kästen werden in den folgenden zwei Beiträgen der Zeitschrift “sportunterricht” etliche Bewegungsaufgaben vorgestellt, die auch mit anderen Geräten realisiert werden können.

  • Wurzel, B. (2014) ”Zwischen allen Stühlen” - Anregungen für eine Bewegungsgestaltung in der Oberstufe. In: Lehrhilfen für den Sportunterricht, Heft 8, S. 1-4.
  • Wurzel, B. (2016)  Mit dem Gleichgewicht spielen. Anregungen für eine übergreifende Unterrichtsreihe von Gymnastik/Tanz und Turnen. In: Lehrhilfen für den Sportunterricht, Heft 5, Themaheft “Methoden”, S. 10 - 15.
    >> mehr

 

Weiterführende Literatur

Hoss, B. (2009). Für das Tanzen kann man alle Kinder begeistern. In: Lehrhilfen für den sportunterricht 58 (3), 9 - 12.

Dr. Bettina Wurzel
Erstellt: 27.3.2014
Aktualisiert:19.5.2016

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